Anglerglück

na, heute gibts aber mal was ganz Tolles zu berichten….Enno hat einen richtig großen weißen Thunfisch gefangen…5,5 Kg….Rogen und Leber haben wir schon mal gebraten und verzehrt…der Rest ist erst mal in Kühlschrank und Truhe gelandet…liebe Grüße…

IMGP1306bearb.

Gran Canaria sightseeing

Hallo ihr Lieben,

jetzt sind wir einige Zeit schon hier in Las Palmas im Hafen…Caro und Piet sind hier, und wir haben zusammen ein Auto gemietet und haben ein bisschen Sightseeing auf der Insel gemacht. Schöne Ecken gibt´s hier viele. Da wir hier im Hafen gutes Internet haben und so viel Strom wie wir mögen…gibts diesmal mal ein paar mehr Bilder.

In den Bergen ist der Frühling in Hochstimmung. Alles blüht und grünt üppig. Wir haben eine tolle Kirche besichtigt und erfahren, daß die Schutzheilige von Gran Canaria -dieJungfrau von der Kiefer- sogar vom span.König in den Rang eines Generals erhoben wurde….wir haben tatsächlich auch noch kaum besuchte Strände entdeckt….und schöne einsame Picknickplätze gefunden.

Heute machen wir das Schiff seeklar…heißt im wesentlichen wir räumen auf….und wollen dann morgen wieder in den Süden segeln. Hier im Norden lebt man „unter dem Bauch der Ziege“….das heißt auf deutsch: unter einer grauen Wolkendecke….das reicht uns jetzt…wir wollen wieder zurück in die Sonne….zu allem Überfluss wurde heute Nacht leider auch noch eins von unseren Bordfahrrädern geklaut…2 Schlösser aufgeschnitten…fies,fies,fies….

schade finden wir, daß wir uns von vielen supernetten neuen Bekannten hier jetzt leider erst mal verabschieden müssen….hoffentlich trifft man den einen oder anderen mal wieder….

liebe Grüße

neues Sofa

Seit einiger Zeit sind wir ja jetzt hier Las Palmas…es ist im großen und ganzen schön…

prima (und bezahlbarer) Hafen…super Infrastruktur…hübsche Altstadt…viel Anschluss an andere Segler….sogar einen Stammtisch „deutsche Segler“ gibts hier wöchentlich…Internet und Stromanschluss…die Waschmaschine nudelt….nur das Wetter will uns nicht so ganz gefallen…es ist doch deutlich kühler und wolkiger hier als im Süden der Insel…habe einen super Stoffladen gefunden und in den letzten Tagen ein neues Kleid für unser Sofa geschneidert….im Moment haben wir Besuch von Ennos Nichte und Neffen….ab morgen ein Auto gemietet…wir wollen mit den Beiden noch ein bisschen die Insel besichtigen…dann gibts bestimmt mal wieder nette Bilder…jetzt erst mal nur eins vom neuen „Sofakleid“…liebe Grüße Katrin

 

 

Las Palmas

Las Palmas

 

Seit gestern weht´s mal wieder ganz ordentlich (Nord 7), und wir sind froh über unserensicheren Platz hier in Las Palmas

Wie schon auf unserer ersten Reise begeistert uns der internationale Hafen hier.Segler aus aller Welt….eine bunte Mischung, vom Containerschiff,über Riesenluxusyachten bis zu kleinsten Holzbooten…alles was schwimmt kann man hier zu sehen bekommen…

im Moment ankern wir neben dem Yachthafen und um uns herum trainieren jeden Tag die Nationalmannschaften aus Dänemark, Schweden, Finnland…470er, Laser, Surfen….das ist immer ein buntes Bild.

Eine Stadtrundfahrt mit unseren kleinen Fahrrädern haben wir schon gemacht, aber hauptsächlich nutzen wir unsere Zeit hier um kleinere Reparaturen usw zu erledigen. Das Großsegel haben wir zum Segelmacher gebracht, und gestern waren wir im Baumarkt und sind mit 140 Litern Petroleum zurückgekommen….das war zwar noch nicht ganz alle, aber weil es schwierig zu bekommen ist, haben wir die Gelegenheit genutzt und alle Vorräte bei Leroy Merlin aufgekauft…

Von Ende Februar bis Ende April haben wir wieder viel Besuch…da freuen wir uns schon drauf.

Darüber was wir danach anstellen sind wir uns noch nicht so ganz einig….Auf jeden Fall müssen wir die Kanaren dann für einige Zeit verlassen. Die Bemühungen der Staaten ihre Finanzlöcher zu stopfen, haben ja allerorten zu sonderbaren neuen Steuerforderungen geführt…..hier ist es so, daß man wenn man länger als 6 Monate im Jahr hier ist, automatisch zum Residente wird…mit der Folge daß man für sein Schiff eine 10%ige Luxussteuer bezahlen soll….nee danke….da segeln wir lieber mal woanders hin….

Vielleicht wieder zurück Richtung Portugal…Mittelmeer…Türkei….mal sehen…

Liebe Grüße von

Katrin, Enno, Lola-Lolita

Oh Mann…..

Oh Mann…..
Das haben wir überstanden…..was für ein Schauspiel….
So ganz ist uns noch nicht klar wie es zu diesem Wetter kam….
In etwa aber schon….ich versuch mal der Reihe nach zu erzählen..
Nachdem wir Thomas und Uwe an Bord genommen hatten war schon die Überfahrt von Teneriffa nach Gomera ein Abenteuer mit viel Wind ….im 3.Reff und mit Sturmfock…aber schönem Sonnenschein ein sportliches Erlebnis.
Unterwegs schwamm uns in den großen Wellen eine Schildkröte über den Weg….
Die erste Nacht mit unserem Besuch haben wir auf Anker vor Santiago verbracht, und sind dann am Morgen weitergefahren nach Valle. Hier hatten wir dann sehr lustige Tage, die unsere Lachmuskeln ziemlich trainiert haben…tolle Wanderungen  in den Bergen, geangelt, gebadet…
naja, was wir halt immer so machen…
Am Samstag abend sind wir früh zu Bett, wir mussten um 4 Uhr wieder hoch, damit Thomas und Uwe ihren Bus um 5 Uhr Richtung Fähre und Flieger erwischen konnten…
Für den nächsten Tage war Starkwind  angesagt…. auf  allen weatherforcasts ….6 bis 7 Beaufort aus Nordost..was ja auch schon recht viel Wind ist, aber nix dramatisches…der Hafen hier liegt im Südwesten der Insel und ist gegen nordöstliche Winde gut geschützt…
Bei der angesagten Wetterlage haben wir eigentlich sonnige Tage im Hafen erwartet , ohne viel von dem Wind mitzubekommen…. na, und das kam dann doch ziemlich anders…
So gegen 2…3 Uhr wachten wir alle von lautem Windgeheul auf….der Wind nahm in den nächsten Stunden immer mehr zu…fast 24 Stunden lang hatten wir alle paar Minuten Böen mit 12 Windstärken…die Gischt flog in “weißen Wänden” durch den Hafen…der Orkan brüllte ohrenbetäubend….unsere Beiboote flogen samt des Außenbordmotors waagerecht wie Flaggen an der Leine hinter unserem Boot , Persenninge und Kuchenbude begannen zu zerreißen….also hatten wir erst mal alle Hände voll zu tun….Beiboote sichern., Außenborder und das lecke Schlauchboot an Bord zerren…1 Paddel leider schon verloren….das Schlauchboot hatte ein dickes Loch,  ….Kuchenbude schnell abgebaut…Segelpersenning mit Leinen gesichert,….auf Deck mußte man sich in den ständigen Böen ducken und gut festhalten….
Der Hafen hier hat keine Steganlagen…alle Schiffe liegen an Moorings oder vor Anker hinter den Schutzwällen…wir in einer Reihe mit 4 anderen Yachten ca 20 m von der Pier in Windrichtung entfernt. Das Festmachen hier ist immer nicht so ganz unkompliziert…man liegt mit dem Bug zum Land, nach hinten bringt man wahlweise  einen Heckanker aus (was man in Wirklichkeit aber lieber nicht tut, weil der Hafengrund übersät ist mit alten Ankern, Leinen, Ketten, und man seinen eigenen Anker mit großer Wahrscheinlichkeit nie wieder sähe)oder man taucht, so machen es alle, und befestigt eine Leine an den Betonblöcken oder alten vorhandenen Ankern…
Die anderen Yachten, die jetzt also mit uns dort in der Reihe lagen, holten  bei jeder Bö über, und kränkten auf 45 Grad. Alle unsere Fender waren kaum genug um die Begegnungen abzufangen..
Die Fender wurden darüber hinaus laufend hochgeweht, und mussten den Bedingungen immer wieder neu angepasst werden…die Leinen nach unten haben wir alle halbe Stunde etwas durchgeholt, damit sie nicht durchscheuern…wir waren also beschäftigt, und mussten bald erkennen, daß es unmöglich sein würde Thomas und Uwe gegen den Wind mit dem Beiboot an Land zu bringen….viel zu gefährlich….später haben wir dann erfahren, dass sowieso weder Bus noch Fähre gefahren sind….
Das von uns am weitesten entfernte Schiff, ein kleiner ca 8m Holzsegler, ein 60 Jahre alter Oldtimer wurde zwischen seinen beiden Nachbarn fast zerdrückt…der Eigner, ehr zufällig für ein paar Tage aus Norwegen angereist, kämpfte unter lautstarken Verwünschungen gegen das Ende seiner Jacht an (den Untergang hat er verhindert, aber kaputt ist wohl ne ganze Menge)

Der Sturm dauerte noch den ganzen nächsten Tag an, übrigens bei wunderschönem Sonnenschein.
Vor der Hafenkneipe versammelten sich im Schutz der Fischhallen unzählige Touristen, Einheimische und sogar das Fernsehen um unseren “Kampf” entspannt bei einer Tasse Cafe oder einem Bierchen zuzuschauen….
Inzwischen hat der Wind, der wohl durch Fallwinde aus den Bergen verstärkt, sich vor allem hier in diesem Tal zu solcher Gewalt entwickelt hat, wieder nachgelassen….Thomas und Uwe sind am Morgen zu ihrem Ersatzflieger aufgebrochen….die Schäden bei uns an Bord sind nicht so schlimm und meist schon wieder behoben…Thomas und Uwe haben sogar tatsächlich einen Fender, der abgerissen war wiedergefunden…ich hab beim Tauchen heute morgen noch 20€ und eine Sonnenbrille gefunden, die der Wind den Schaulustigen entrissen hat.
Im Ort sind einige Dächer abgedeckt, die Eternitplatten liegen zerschlagen in den Straßen, Bananenstauden sind umgeknickt und zerzaust, manche Bäume haben kein einziges Blatt mehr !!
Die überwiegend kleineren Boote, geparkt auf Trailern im Hafengelände sind umgeweht worden…ein Boot muß sicher hundert Meter über den Platz gerollt sein, um dann endlich an der Hafenmauer zu zerschellen….der ganze Platz ist mit Wrackteilen übersäht…
Wir sind noch etwas erschöpft….der Schlaf kam zu kurz…die Sorge war groß….

In den nächsten Tagen werden wir wohl aufbrechen nach Las Palmas auf Gran Canaria….wir wollen uns den Hafen dort auch noch mal anschauen….wie es uns dort gefällt….
Also…erst Mal…liebe Grüße von Enno und Katrin und Lola…

                                                 

Wintersturm

Wir erleben hier gerade einen richtig fiesen Wintersturm….die ganze letzte Nacht und den heutigen Tag mit den Elementen gekämpft….wir hatten Orkanstärken….ein Geheul…es war sagenhaft….Thomas und Uwe haben ihren Flieger verpasst….es war schon nicht daran zu denken das Schiff in Richtung der 20m entfernten Hafenpier zu verlassen…von einem Spaziergang zum Busbahnhof mal ganz zu schweigen….mal ganz davon abgesehen, dass weder Bus noch Fähre nach Teneriffa gefahren sind….vermuten wir jedenfalls….so langsam nimmt der Sturm etwas ab….Glücklicherweise haben wir nicht so ganz schlimme Schäden zu verkraften….aber es liegen viele Boote auf Grund ,sind vollgeschlagen….eine Yacht wird wohl ein Totalschaden sein…wurde zwischen 2 größeren Schiffen zusammengedrückt….also….erst Mal…..liebe Grüße

Katrin,Enno, Thomas und Uwe

 

 

Frohe Weihnachten

Von der wunderbaren sonnigen Insel Gomera wünschen wir euch allen ein schönes Weihnachtsfest….und einen guten Rutsch….liebe Grüße Katrin Enno und Britta

Gran Canaria

So langsam haben wir unsere doofe Grippe auskuriert und sind erst mal wieder wandern gewesen…netter Weg am Bächlein entlang zum Wasserfall…überall hübsche Schmetterlinge…

im Hafen haben wir hier in Valle schon öfter beobachtet -und jetzt auch mal im Bild festgehalten-wohnt ein riesiger Rochen(2m Durchmesser)…so zahm, dass er sich streicheln läßt, fast auf die Treppenstufen aus dem Wasser heraus klettert und sich von Hand mit Makrelen füttern läßt…

Nachdem die Wetterlage sich leider verändert hat, und wir hier durch das zur Zeit über den Azoren liegenden Tief (!!!) mit südl.Winden, und auch ziemlich schlechtem Wetter zu tun haben…..haben wir erst mal unserem Ankerplatz vor Valle Gran Rey den Rücken gekehrt und sind nach Gran Canaria gesegelt…hier in Arguineguin hatten wir immer noch einen netten Ankerplatz in Erinnerung, und wir wollten mal sehen, ob der noch so ist wie vor 5 Jahren… (ist er)…Am Montag sind wir morgens von Gomera ausgelaufen…20 Stunden waren so ungefähr eingeplant….leider war das Wetter dann so scheußlich…ungefähr wie in der Ostsee…Dauerregen,laufend wechselnde Windrichtungen und -stärken (zwischen 2 und 7 Bft)und zu allem Überfluß auch noch Blitz und Donner….nee, das hat uns keinen Spaß gemacht…und so haben wir vor Teneriffa erst mal eine Nacht geankert…um dann am nächsten Morgen weiter zu segeln…Wetter wieder strahlend schön… ein Glück….
Unterwegs hatten wir mal wieder Glück und haben Delfine gesehen und hier im Hafen ist mir vorhin doch tatsächlich endlich mal eine Schildkröte begegnet….leider beides ohne Beweisfoto….

Enno freut sich über gute Fischereierfolge…Goldmakrele und kleiner Bonito unterwegs und eben noch ein richtig dicker Bonito vom Beiboot aus…hungern müssen wir nicht….
wir wünschen euch allen eine wunderschöne Adventszeit….

liebe Grüße  Katrin und Enno

Bokel auf Gomera

Unsere ersten Gomerawochen sind vorüber und ich nutze die Zeit, die ich wegen einer blöden Grippe gerade ans “Bett gefesselt bin”,um ein bischen über unsere Zeit hier zu schreiben und auch einige Fotos für den Blogg zu verkleinern….das Reinstellen wird wegen der vielen Löcher, die das Handynetz hier hat wohl erst beim nächsten Landaufenthalt was werden….aber vorbereiten kann ich schon mal…

Wir sind ja von Portugal direkt nach Gomera (unter Auslassung von Madeira, Ilhas Deserta, Graciosa, Lanzarote etc.) gesegelt, weil Bärbel und Ulli und Carla und Jagna und Felix (der von Ulli, nicht von Enno) auf Gomera gebucht haben, und wir sie gerne treffen wollten…hat auch geklappt….direkt am ersten Morgen sind wir uns beim Joggen über den Weg gelaufen…freu,freu….ihr Appartemento lag genau gegenüber unseres Ankerplatzes !

Viele schöne Sachen haben wir zusammen unternommen….morgens gejoggt…steile Berge raufgeklettert….vor einer einsame Bucht geankert, die dann doch nicht so einsam war….geschnorchelt….auf einem Goa Festival die Nacht durchgetanzt (naja fast jedenfalls, ok bis Mitternacht, aber der Weg da rauf war auch echt anstrengend)….und zum Schluß noch zusammen nach Teneriffa gesegelt und Wale zu sehen bekommen…Das waren sehr schöne, lustige und ereignisreiche Wochen….

Jetzt liegen wir schon seit ein paar Tagen hier vor Santiago im Südwesten der Insel vor Anker…

da wir seit einiger Zeit sehr stabiles Wetter haben und dadurch nur geringen Schwell, liegen wir ziemlich ruhig hier. Eine neue Idee hilft dabei mit: wir setzen am Achterstag “verkehrtherum” unsere kleinste Sturmfock…das hilft die Yacht im Wind zu halten und so zu liegen, daß der Schwell nicht von der Seite kommt…das Rollen und “gegonge” vom Schwert sind dann nicht immer so angenehm….

Hier vor Santiago und am Strand wird gerade ein neuer Hollywoodfilm gedreht…Regie führt Ron Howard , die Hauptrolle spielt Chris Hemsworth….der Film wird nach dem gleichnamigen Buch

“In the Heart of the Sea”heißen und ist eine Story um den Untergang der “Essex” auf Grund eines Walangriffes im Jahre 1820. Naja, und so sitzen wir jetzt jeden Abend mit den ganzen Hollywoodgrößen beim Bierchen und philosophieren über die Schwierigkeiten im Filmgeschäft.

Iss natürlich Quatsch….aber zumindest die beteiligten Schiffe und Hubschrauber bekommt man zu sehen….dafür daß man nicht zu nah ans Geschehen segelt, sorgt die Guardia Civil…eigentlich schade….sonst kämen wir vielleicht auch mal ins Kino ?

Enno hat hier einen sehr engagierten Angler aus Deutschland kennengelernt…..das hat seinem Jagdtrieb Aufschwung und somit unserer Bratpfanne noch mal wieder ein paar Varianten beschert….Barakuda und Rotbrasse (oder so ähnlich) schmecken auch sehr lecker…

So, mehr fällt mir erst mal nicht ein….viele liebe Grüße

Katrin und Enno

 

 

Überfahrt nach Gomera

Hallo ihr Lieben,

so jetzt sind wir schon ein paar Tage auf Gomera….Ulli und Bärbel sind zeitgleich mit uns hier eingetrudelt, und wir haben sie direkt am 1. Morgen beim Joggen getroffen….ihr Appartemento liegt direkt gegenüber unseres Ankerplatzes…das Wetter ist ein Traum…wir waren schon wandern und tauchen und freuen uns endlich wieder hier zu sein…fühlt sich ein klein bisschen an wie nach Hause kommen….Enno hat sich netterweise mal aufgerafft und einen Bericht über unsere Überfahrt verfasst….:

Here is sailing vessel Christine DLFY 211238620 for sailing report.

Auf Wunsch jetzt mal was Segeltechnisches. Grundsätzlich muß ich sagen findet die Planung einer Überfahrt hauptsächlich im Kopf statt, so daß wir die groben Strukturen zu Papier oder auf die Karte bringen. Unterwegs kommt es dann auf den Belastungszustand der Mannschaft an, wie viel der Ereignisse sich im Logbuch niederschlagen.

Kartenmaterial für diese Überfahrt von der Ria Formosa bis Gomera ist erstens: Int. 103 vom BSH. Der Kanal bis Straße von Gibraltar und Azoren und Admirality Charts 3133 Casablanca to Islas Canarias incl. Madeira. Des weiteren von Imray E1, E2, E3 Arquipelago dos Acores, Islas Canarrias, Arquipelago da Madeira. Detailpläne, Häfen; Ansteuerungen, Ankerplätze etc. ist dann noch Atlantic Islands von Imray.

Also als erstes wächst das Bedürfnis den Standort zu wechseln aufgrund von nicht optimalen Bedingungen, die wir in Form von Kälte, Regen, Feuchtigkeit, eben schlechtem Wetter und keiner Sonne mehr zu spüren bekommen. Das führt bei uns dazu hinter dem Sommer her zu segeln und zwar auf ca 30 Grad nördlicher oder südlicher Breite.

Und wie nun anstellen ohne Probleme? Wetter, Wetter, Wetter !!! Wir beobachten dann täglich die Großwetterlage auf dem Nordatlantik und versuchen aus DWD, Northwood, UsGrip, Windfinder oder Passage Weather aus dem Internet die Wetterlage zu beurteilen und abzuschätzen.

Oft heißt es jetzt Geduld, und wir suchen “Die stabile Azorenhoch Wetterlage die vor der afrikanischen Küste mit wenig Wind aus Nord bis Nord Ost so um die 10 -15 Knoten stabil weht und auch über die meist sicheren ersten drei Tage stabil bleibt und eine schöne Überfahrt ohne Probleme beschert. Wenn man zu lange wartet ist sie auch schnell mal vorbei. Jimmy Cornell empfiehlt die Überfahrt vor Oktober. Wir müssen also auf der Hut sein, der Nordatlantik versteht keinen Spaß und Fehler rächen sich, wenn nicht katastrophal, so doch durch mächtig Wind und haushohen Wellen von achtern auf diesem Kurs. Wir haben bei unserer Abfahrentsscheidung am 30.10.2013 unsere Meinung vom Sonnabend auf Montag auf Dienstag auf Mittwoch verschoben. Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen daß ein Tief vor Portugal am Azorenhoch vorbei mit in den Süden rutscht und dann gute Nacht. Das wird dann Böse. Also Auflösungstendenzen des die Tiefs abriegelnden zorenhochs erkennen, und abwarten um dem Wahnsinn aus dem Wege zu gehen.

Abfahrt 30 10 2013 ,auslaufen aus der Ria Formosa 15:45 bei gerade noch auflaufend Wasser 2 Knoten Strom gegenan, sonst kommt man da auch fast nicht raus, weil das meiste Wasser aus dieser Ria aus diesem Gattje strömt sehr zu vergleichen mit den ostfriesischen Inseln das Ganze.

Also raus da, und dann juppidu 222 Grad rechtweisender Kurs Richtung Gomera und kein Wind, ist ja klar, der Wind kommt aus Nord bis Nord Ost und wird von Land abgedeckt. Zu Segeln ca 700 nm bei durchschnittlichen Etmalen von 120 Meilen ca sechs Tage und sechs Nächte auf See. Unter Segeln dümpeln wir mit 1-2 Knoten daher. Das würde bedeuten 24 nm Etmal gleich sieben Tage und Nächte auf See und ist das Wetter Sieben Tage stabil??? Nee kein Risiko, zumal am Anfang. Nicht schon am Anfang in Verzug kommen . Motor an und bei langsamer Drehzahl erstmal bis 23:36 motoren langsame Fahrt 4,8 Knoten achterlicher Wind. Etwas mehr als Standgas um Diesel zu sparen. Acht Stunden unter Maschine mal drei Liter macht 24 Liter macht knapp 30 € steuerfrei.

So und nun ist er da, unser Wind.222 grad ist nicht zu laufen, die Segel schlagen, außerdem wollen wir weg von der afrikanischen Küste dort dreht sich das Hoch schneller und es kommen dort bei der Wetterlage Windgeschwindigkeiten von 25 Knoten vor. Na ja und das weiß man ja ,wo 25 sind können auch schnell mal 30 sein oder so und das ist immerhin schon Windstärke 7. Nee, Nee, Nee! Schön Richtung Madeira 238 grad vor dem Wind kreuzen. Ja und dann, segeln segeln segeln. So geil. Drei Tage hat keiner irgend etwas an den Segeln angefasst und die Selbststeueranlage zieht einen geraden Strich auf dem Plotter. Wir sichten Madeira am 03 11 7:00 32grad 52 minuten Nord 15 grad 42 Minuten West. Wende Steuerbordbug neuer Kurs 198 Grad.

Tagsüber wird geangelt dh. wir schleppen die ganze Zeit Kalamarimitate hinter uns her und oh wie schön, ein Fisch nach dem anderen, gerade recht in der richtigen Größe, will an Bord. Drei Bonitos, zwei Goldmakrelen, eine Möwe und vier Bonitos verloren. Es gibt jeden tag tollen Fisch aus dem oberen Regal, der uns Kraft gibt und vorhält und satt macht. Außerdem Müsli mit selbstgemachtem Joghurt und klasse Honig aus Portugal.

Es wackelt und rollt, und die alltäglichen Dinge zu verrichten fällt schwer. Kraft sparen und schlafen ist erstes Gebot. Wir sind ein zwei Wachen Schiff und alle vier Stunden hat man Wache.

Ab 4.11. haben wir auf der Tour zwischen Madeira und Gomera eineinhalb Tage Bewölkung und Regen mit wechselnden Winden, aber nicht schlimm. Das Hoch hat oben im Norden kleine Stücke der Tiefs, die die Orkane bei euch verursacht haben, abgerissen und mit nach Süden gezerrt aber ohne viel Wind darin. Trotzdem zwischen Regenschauer und Windlöchern variiert der Wind etwas in Richtung und Stärke und zwischen 25 und 5 Knoten. Das macht aber nichts, unsere elektrohydraulische Selbststeueranlage zieht einen Kurs wie auf Schienen. Beim ersten Kontakt mit diesen Wolken und Schauern hatten wir feste gerefft aber wie gesagt harmlos. Später habe ich mit dem Radar in die Wolken geschaut ,ob viel Regen und Wind darin versteckt war, war aber nicht. Schön stabil unser Überfahrtsazorenhoch .Mein Hintern ist ein wenig durchgesessen und wir überlegen ,wenn wir den Atlantik überqueren müssen wir Gymnastik machen damit wir nicht völlig steif werden.

05.11.2013 07:31 Gomera in Sicht .Sechs Tage und sechs Nächte auf See und punktgenaue Landung, immer wieder faszinierend das wirklich Land auftaucht.

 Master and first officer Enno und Katrin